Abschied und Raum für Neues

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Irgendwann ist es Zeit Abschied zu nehmen. Was hin und wieder bei menschlichen Beziehungen eintritt, gilt im vorliegenden Fall auch für eine altgediente Maschine in der Druckerei. Es handelt sich um unsere TO (keine TOK und keine TOM!), eine kleine (max. Papierformat 26 × 32 cm) und reparaturbedürftige Bogenoffsetmaschine von Heidelberg aus dem Jahr 1972. Sie kam schon seit einigen Jahren nicht mehr zum Einsatz, und auch für die Zukunft sahen wir keine Verwendung; alle Offset-Arbeiten wurden und werden auf unserer fleißigen und zuverlässigen GTO 52 erledigt. Da die Druckerei zudem unter chronischem Platzmangel leidet und eventuell Raum für eine Andruckpresse benötigt wird, haben wir uns dazu entschlossen, die TO trotz ihres Seltenheitswertes abzugeben. Gleichsam ihr zu Ehren ein paar Bilder vom ›Abschied‹:

to01

Hier das Schmuckstück bei den Vorbereitungen zum Transport.

Dazu wurde die TO schließlich auf eine Euro-Palette gesetzt, um sie dann durch den freigeräumten ›Hintereingang‹ herauszufahren.

Dazu wurde die TO schließlich auf eine Euro-Palette gesetzt, um sie dann durch den freigeräumten ›Hintereingang‹ herauszufahren.

Und so sieht’s jetzt aus: Es fehlt was, aber es gibt auch Platz für Neues!

Und so sieht’s jetzt aus: Es fehlt was, aber es gibt auch Platz für Neues!

 

4 Kommentare

  1. Adieux belle dame !

  2. Vielen lieben Dank.
    Sehr gute Druckerei. Absolut empfehlenswert 🙂

  3. Sehr geehrte Freunde der schwarzen Kunst,
    bezüglich der in der RNZ Nr.103 4/5 Mai 2019 veröffentliche Artikel Heidelberg baut den Tiegel in Serie ab dem Jahre 1921 stimmt so nicht, bis zum Jahre1920 wurden bereits 1000 Tiegel gebaut.
    Gruß
    Franz Stramm

  4. Sehr geehrter Herr Stramm,

    vielen Dank für die Rückmeldung. In dem Artikel steht nicht, dass bis 1921 keine Exemplare des Tiegelautomaten gebaut wurden. Woher haben Sie die Zahl von 1000 Maschinen bis 1920? Der Prototyp wurde bereits 1914 auf der Bugra in Leipzig vorgestellt. »Die Maschine war allerdings noch nicht serienreif und ihre Weiterentwicklung musste während des Ersten Weltkriegs eingestellt werden.« (Krauß, Martin: Vom Glockenguss zum Offsetdruck. Geschichte der Heidelberger Druckmaschinen AG. Ubstadt-Weiher: Verlag Regionalkultur, 2000. S 44). Dennoch wurde angeblich bereits 1919 »der erste Heidelberger nach diesem System [Propellergreifer] verkauft« (Zürcher, Geoges: Allgemeine Berufskunde für Buchdrucker. 3., verb. Aufl. Bern: Selbstverlag Zürcher, 1947. S. 254). Eine Verbesserung erfolgte dann in den nächsten Jahren vor allem in Bezug auf das Farbwerk: »Während der 1914 vorgestellte Prototyp noch über ein Tellerfarbwerk verfügte, waren die nach dem Ersten Weltkrieg produzierten Maschinen mit einem Zylinderfarbwerk ausgestattet. […] Die Serienfertigung des Tiegels begann 1921.« (Krauß a.O. 53) Die selbe Aussage findet sich auch auf der Website der Heidelberger Druckmaschinen AG (https://heidelberg.com/global/de/company/about_us/company_profile/history/heidelberger_tiegel.jsp: »Der neue, ab 1921 in Serienproduktion gehende Heidelberger Tiegel, […].«).

    Auf die beiden Quellen beziehe ich mich bei meiner Angabe in dem Artikel, und das Datum werden wir daher zum Anlass nehmen, diese besondere Maschine in zwei Jahren zu feiern.

    Mit freundlichem Gruß

    Jürgen Franssen

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